Die U-Boot-Bunkerwerft Valentin in Bremen wirft als Artefakt der Vergangenheit ein helles Licht in die Gegenwart deutscher Rüstungsindustrie. Erbaut von Zwangsarbeitern in der späten Phase des 2. Weltkrieges, sollten hier U-Boote in Serie vom Fließband tauchen, und den ersehnten Endsieg zu See herbeiführen. Die Bauherren verantworteten damit den Tod von über 1.300 Menschen, die während der Baumaßnahmen und in den angeschlossenen Lagern an Unterernährung oder Erschöpfung starben.

Es besteht eine sichtbare Kontinuität zwischen der deutschen Kriegsindustrie zur Zeit des 2. Weltkrieges und den heutigen wirtschaftlichen Interessen deutscher Rüstungsunternehmen. Deutsche Waffen töten überall auf der Welt, damals wie heute. Lediglich die Vorzeichen haben sich verändert: Während früher deutsche Soldaten die Nutzer der Produkte einer außer Kontrolle geratenen Kriegsindustrie waren, soll heute insbesondere das wirtschaftliche Interesse in Form hoher Exportzahlen das Töten relativieren und rechtfertigen.

Das Projekt »T3AFO ι HECKMANN ι SCENARIO ι 4: VALENTIN« bedient sich der Bunkerruine als Quelle für Bewegtbildsequenzen und Klangaufnahmen, um den Bunker in einer – teils konkreten, teils abstrakten – multimedialen Live-Performance von seiner ambivalenten Seite hör- und sichtbar zu machen. Neu für T3AFO ist das Einbinden historischer Dokumente, welche zur Zeit des Baus des Bunkers entstanden sind. Dazu gehören Produktionspläne und Stücklisten maschineller Teile genauso wie Briefe und Tagebucheinträge ehemaliger Zwangsarbeiter. Diese werden in Form einer szenischen Lesung vom Stimmkünstler und Sprecher Martin Heckmann vorgetragen und in die gemeinsame Performance als untrennbarer Teil eingebettet.

Die Inszenierung von »T3AFO ι HECKMANN ι SCENARIO ι 4: VALENTIN« ist für das Frühjahr 2017 im Denkort Bunker Valentin geplant. Der Friedensaktivist und Rüstungskritiker Jürgen Grässlin ist in diesem Rahmen zu einem Vortrag mit Podiumsdiskussion eingeladen.

> Informationen zum Denkort Bunker Valentin

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